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Flow-Rate & E-Steps kalibrieren
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E-Steps und Flow-Rate sind die Grundlage jedes präzisen Drucks. Falsch kalibriert führt alles andere zu schlechten Ergebnissen — egal wie gut die anderen Einstellungen sind. Dieser Guide zeigt die exakte Vorgehensweise in 3 Schritten.
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E-Steps vs. Flow-Rate — was ist was?
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E-Steps (steps/mm)
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Wie viele Motor-Schritte = 1 mm Filament. Hardware-Wert, gilt für alle Materialien. Einmal kalibrieren, selten ändern. In Firmware gespeichert.
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Flow-Rate / Extrusion Multiplier
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Prozentualer Multiplikator im Slicer. Material-spezifisch (PLA 100 %, PETG 95 % etc.). Kompensiert Durchmesserabweichungen des Filaments.
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Schritt 1: E-Steps kalibrieren
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Die E-Steps kalibrierst du einmal pro Extruder und änderst sie danach kaum noch.
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Vorbereitung
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\n - Drucker aufheizen (Düse auf Drucktemperatur — Filament muss fließen können)
\n - Filament einlegen und durchpurgen bis sauberes Material kommt
\n - 100 mm vom Extruder-Eingang markieren (Edding oder Klebeband)
\n - Aktuellen E-Steps-Wert notieren: M503 → suche nach
M92 E[wert] \n
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Messung
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\n - G-Code senden: G91 (relative Positionierung)
\n - 100 mm extrudieren: G1 E100 F100
\n - Warte bis Motor stoppt, messe die Restlänge bis zur Markierung
\n - Tatsächlich extrudiert = 100 mm − gemessene Restlänge
\n - Neuer E-Steps = Alter Wert × (100 ÷ tatsächlich extrudiert)
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Rechenbeispiel
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Alter E-Steps: 420
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Markierung nach Extrusion noch: 7 mm entfernt
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Tatsächlich extrudiert: 100 − 7 = 93 mm
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Neuer E-Steps: 420 × (100 ÷ 93) = 451.6
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Speichern
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\n - Marlin:
M92 E451.6 → M500 (EEPROM speichern) \n - Klipper: In
printer.cfg unter [extruder] → rotation_distance anpassen \n - Bambu / OrcaSlicer: Calibration → Flow Rate (eigener Workflow)
\n - Test 2–3 Mal wiederholen bis Messung auf ±1 mm genau
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Schritt 2: Flow-Rate / Extrusion Multiplier kalibrieren
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Nach den E-Steps kalibrierst du den Flow für jedes Material separat. Methode: Single-Wall Würfel.
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Single-Wall Cube Methode
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\n - Drucke einen 20 mm Würfel mit 1 Perimeter, 0 % Infill, 0 Top/Bottom Layers
\n - Nur die Außenwand wird gedruckt (eine einzige Schicht dick)
\n - Messe die Wanddicke an mehreren Stellen mit einem Messschieber
\n - Zielwert = Düsendurchmesser (0.4 mm Düse → 0.4 mm Wand)
\n - Flow-Rate anpassen:
Neuer Flow = Alter Flow × (Ziel ÷ gemessen) \n
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Gemessene Wanddicke: 0.44 mm bei 0.4 mm Düse
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Alter Flow: 100 %
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Neuer Flow: 100 × (0.40 ÷ 0.44) = 90.9 % → auf 91 % runden
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Schritt 3: Filament-Durchmesser messen
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Oft unterschätzter Faktor: Günstiges Filament schwankt im Durchmesser erheblich.
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\n - Messe den Durchmesser an 5+ Stellen über 50 cm Filament
\n - Bilde den Durchschnitt und trage ihn im Slicer ein (Standard: 1.75 mm)
\n - Abweichung von ±0.05 mm = bis zu 6 % Volumenunterschied
\n - Qualitäts-Filament (Prusament, Polymaker): ±0.02 mm Toleranz
\n - Budget-Filament: bis ±0.10 mm → Flow manuell anpassen
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Flow-Richtwerte nach Material
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\n \n \n | Material | \n Startwert | \n Typische Anpassung | \n
\n \n \n \n | PLA | \n 100 % | \n 98 – 102 % | \n
\n \n | PETG | \n 95 % | \n 92 – 97 % | \n
\n \n | ABS / ASA | \n 100 % | \n 97 – 103 % | \n
\n \n | TPU | \n 98 % | \n 95 – 100 % | \n
\n \n | PA / Nylon | \n 100 % | \n 98 – 105 % | \n
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\n Reihenfolge beachten:\n Immer erst E-Steps kalibrieren (einmalig, Hardware), dann Flow-Rate pro Material einstellen. Nie beide gleichzeitig anpassen — sonst weißt du nicht was was verursacht.\n
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